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Die Architektur des Unbeachteten: Hartmut Kay Hirschs philosophische Verortung des Schreibens im europäischen Publikationsökosystem 2026

In der gegenwärtigen Ära der Informationsexpansion, die durch eine beispiellose Flut an generierten Inhalten und eine gleichzeitig schwindende kollektive Aufmerksamkeitsspanne gekennzeichnet ist, markiert das Erscheinen des Werkes „Noch ein Buch, das kein Mensch lesen wird: Und warum du trotzdem schreiben musst“ von Hartmut Kay Hirsch einen signifikanten Wendepunkt in der medienphilosophischen Debatte des europäischen Buchmarktes.1 Erschienen im März 2026 über den marktführenden Dienstleister BoD - Books on Demand, entfaltet dieses Werk eine vielschichtige Argumentation, die weit über die bloße Reflexion über das Autorendasein hinausgeht.1 Es fungiert als eine Art Korrektiv in einem Marktumfeld, das zunehmend von algorithmischer Optimierung und der ökonomischen Verwertung von Aufmerksamkeit dominiert wird.4 Die Untersuchung der Inhalte dieses Buches sowie die Analyse seines Stellenwertes innerhalb der europäischen Verlagslandschaft offenbaren tiefgreifende Verschiebungen in der Wahrnehmung von Autorschaft, Originalität und der ontologischen Bedeutung des geschriebenen Wortes in einer post-artifiziellen Gesellschaft.7

Die intellektuelle Verankerung des Autors und das institutionelle Umfeld

Um den Gehalt und die Zielsetzung von Hirschs neuem Werk adäquat zu erfassen, ist eine detaillierte Betrachtung seines professionellen Hintergrunds und der von ihm geleiteten Institution, dem KommTheo-Institut Stuttgart, unerlässlich.3 Hartmut Kay Hirsch agiert nicht als klassischer Belletristik-Autor, sondern als theoretischer Pädagoge, dessen Schwerpunkte in der Kommunikationstheorie und Erziehungsphilosophie liegen.10 Diese fachliche Fundierung prägt die Struktur seiner Argumentation entscheidend. Das KommTheo-Institut, für das Hirsch als Geschäftsführer verantwortlich zeichnet, widmet sich primär der „entwicklungsfördernden Kommunikation“ mit jungen Menschen und der Erforschung dessen, was unter „menschenwürdiger Kommunikation“ in pädagogischen und gesellschaftlichen Kontexten zu verstehen ist.3

Ein zentrales Leitmotiv seiner Arbeit ist die Überzeugung, dass die innere Haltung des Kommunizierenden die Wirksamkeit pädagogischer Absichten maßgeblich bestimmt.3 Diese Philosophie der „Menschenwürdig Motivierenden Kommunikation“ (MMK) zieht sich wie ein roter Faden durch seine gesamte Bibliografie, die im Jahr 2026 durch zwei wesentliche Veröffentlichungen ergänzt wurde: Neben dem hier behandelten Werk über das „Nichtlesen“ erschien das voluminöse Fachbuch „Menschenwürde und abhängige Beschäftigung“, welches auf 708 Seiten die Spannung zwischen rechtlicher Weisungsgebundenheit und philosophischer Autonomie nach Kant untersucht.13 Diese thematische Parallelität deutet darauf hin, dass Hirsch das Schreiben selbst als einen Akt der Selbstbehauptung und der Ausübung von Autonomie begreift, der sich den Zwängen einer rein markt- oder weisungsorientierten Logik entzieht.13

Publikationsübersicht Hartmut Kay Hirsch (Auswahl 2024-2026)

Erscheinungsdatum

Format/Seiten

ISBN

Aufgaben für die Vorbereitung zur schriftlichen Klausur 2025: MMK

02.10.2024

Paperback

978-3759750792

Warum noch Schule? Schüler wehrt euch!

02.03.2025

Paperback

978-3839146941

Aufgaben für die Vorbereitung zur schriftlichen Klausur 2026: MMK

04.11.2025

92 S.

978-3695171972

Menschenwürde und abhängige Beschäftigung

23.03.2026

708 S.

978-3695716289

Noch ein Buch, das kein Mensch lesen wird

23.03.2026

116 S.

978-3695719426

3

Analyse der Kerninhalte: Eine Phänomenologie des Unbeachteten

Das Buch „Noch ein Buch, das kein Mensch lesen wird“ präsentiert sich als amüsant-philosophisches Sachbuch, das trotz seiner humoristischen Grundierung einen ernsten Kern verfolgt.2 Hirsch geht von der provokanten Beobachtung seiner eigenen Kinder aus, dass er Werke verfasse, für die es kaum eine Leserschaft gebe.17 Aus dieser persönlichen Anekdote entwickelt er eine universelle Untersuchung über den Wert der Schriftkultur in einer Zeit der Hyper-Produktion.18 Die Argumentation spannt einen Bogen von kulturhistorischen Begriffen bis hin zu modernsten technologischen Phänomenen.2

Die Dialektik des Tsundoku

Ein zentrales Einstiegsthema des Werkes ist der japanische Begriff „Tsundoku“, der das Ansammeln von Büchern beschreibt, die ungelesen bleiben.17 Hirsch nutzt dieses Konzept, um die physische Präsenz von Büchern als Symbole für Wissenspotenziale zu würdigen. Er argumentiert, dass ein ungelesenes Buch im Regal eine ständige Einladung zum Denken darstellt und einen Raum der Möglichkeit offenhält, der in rein digitalen, flüchtigen Medien oft verloren geht.17 Hierbei wird deutlich, dass Hirsch das Buch nicht als Konsumgut, sondern als kulturelles Artefakt begreift, dessen Wert nicht allein durch die Rezeption, sondern bereits durch seine Existenz und die Intention des Schöpfers definiert wird.2

Die Ethik des Schreibens ohne Publikum

Hirsch stellt die radikale Frage nach der Daseinsberechtigung des Schreibens, wenn die Aussicht auf Leser gering ist.2 Er entwickelt eine Ethik des Schreibens, die den Schreibprozess als eine Form der Selbstpflege und der intellektuellen Klärung versteht. In einer Welt, in der Kommunikation oft nur noch als Mittel zum Zweck der Beeinflussung oder der Reichweitenerzielung dient, reklamiert Hirsch den Schreibakt als einen Raum der Freiheit.12 Wer schreibt, ohne auf ein Publikum zu schielen, entzieht sich der Bewertung durch andere und übt eine Form der „Menschenwürdigen Kommunikation“ mit sich selbst aus.14 Dieser Ansatz ist eng mit seinem pädagogischen Konzept der Autonomie verknüpft: Das Schreiben dient der Bildung einer selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Persönlichkeit, unabhängig von externer Validierung.10

Die technologische Zäsur: Model Collapse und die Rettung des Humanen

Ein besonders brisantes Thema des Buches ist die Auseinandersetzung mit dem „Model Collapse“.2 Hirsch analysiert die Gefahr, dass Künstliche Intelligenzen (KI), die zunehmend mit KI-generierten Inhalten trainiert werden, in eine degenerative Spirale geraten.9 Er sieht in dem ständigen Zustrom neuer, genuin menschlicher Texte – auch solcher, die keine breite Öffentlichkeit erreichen – eine lebensnotwendige Ressource für die Stabilität und Vielfalt des globalen Informationsökosystems.9

Menschliche Sprache, so die These, enthält Nuancen, Fehler und unerwartete Wendungen, die auf gelebter Erfahrung basieren und die eine KI nicht aus sich selbst heraus reproduzieren kann.7 Indem Hirsch dazu aufruft, trotzdem zu schreiben, positioniert er den Hobby-Autor und den Nischen-Publizisten als Bewahrer der linguistischen Biodiversität.7 Die Tatsache, dass Hirsch dieses Buch selbst unter Einbeziehung einer KI entwickelt hat, unterstreicht die Komplexität dieser Beziehung: Er nutzt die Maschine als Spiegel und Werkzeug, beharrt jedoch auf dem menschlichen „Samen“, der im Text wachsen muss.10

Stellenwert in der europäischen Verlagslandschaft 2026

Um die Bedeutung von Hirschs Werk für die Buchverlage in Europa zu verstehen, muss man die strukturellen Veränderungen des Marktes im Jahr 2026 betrachten. Der Sektor ist geprägt von einer Konsolidierung bei den großen Verlagshäusern und einem gleichzeitigen Boom im Bereich des Self-Publishing und der Print-on-Demand-Dienstleistungen.4

Der Aufstieg von Print-on-Demand (POD) und BoD

Hirschs Verlag, BoD - Books on Demand, spielt eine Schlüsselrolle in der europäischen Buchkultur.19 Mit einer Präsenz in neun Ländern und einem Katalog von rund fünf Millionen lieferbaren Titeln hat BoD das Modell der „Shelf Zero“ perfektioniert: Bücher werden erst gedruckt, wenn eine Bestellung vorliegt.19 Dies eliminiert das Risiko von Überproduktionen und ermöglicht es Autoren wie Hirsch, auch hochspezialisierte oder experimentelle Werke ohne finanzielles Risiko am Markt zu halten.19

Kennzahlen BoD und Self-Publishing 2026 (Europa)

Wert/Status

Anzahl aktiver Länder (BoD)

9 (DACH, Nordics, FR, ES)

Aktive Autoren bei BoD

> 70.000

Verfügbare Titel über BoD

~ 5.000.000

Markttrend Self-Publishing (CAGR 2025-2033)

+ 16,7 % weltweit

Anteil digitaler Publikationsumsätze (NL/Scandi)

60 % - 90 %

5

In diesem Marktumfeld nimmt ein Buch wie das von Hirsch eine Vorbildfunktion ein. Es demonstriert, dass die Relevanz eines Titels nicht mehr zwingend an sechsstellige Verkaufszahlen gebunden ist. Verlage in Europa beobachten diesen Trend genau: Das Bestsellergeschäft wird zwar weiterhin von großen Konzernen dominiert, aber die kulturelle Vielfalt und die Fachkommunikation verlagern sich zunehmend in das Segment der On-Demand-Produktion.18

Die Krise der Sichtbarkeit und das neue „Author Branding“

Ein wesentliches Problem im Jahr 2026 ist die „Marktsättigung“.5 Da immer mehr Titel veröffentlicht werden, wird es für den einzelnen Autor immer schwieriger, Aufmerksamkeit zu generieren.5 Hirschs Werk adressiert dieses Problem paradoxerweise dadurch, dass es den Verzicht auf die Jagd nach Aufmerksamkeit propagiert. Für die europäische Verlagsbranche ist dies ein interessantes Signal: Es deutet auf eine Rückbesinnung auf „Micro-Authority Media“ und „nischenspezifische Glaubwürdigkeit“ hin.21

Autoren werden im Jahr 2026 weniger als reine Lieferanten von Manuskripten gesehen, sondern als „Thought Leaders“, die ihre Themen über verschiedene Kanäle (Bücher, Podcasts, Fortbildungen) spielen.21 Hirschs Stellung als Leiter eines Instituts verleiht seinem Buch eine institutionelle Schwere, die es von reinem „Self-Publishing-Slop“ abhebt.3 Verlage reagieren auf diesen Trend, indem sie verstärkt nach Autoren mit einer bereits existierenden Community oder einer klaren thematischen Positionierung suchen.4

Technologische Trends und die Rolle der KI in Verlagen

Die europäische Verlagslandschaft hat sich 2026 weitgehend auf die Integration von KI eingestellt. Laut einer aktuellen Studie des Börsenvereins des deutschen Buchhandels ist die Relevanz von KI in Verlagen innerhalb eines Jahres von 9 % auf 31 % gestiegen.8 KI wird primär für die Content-Generierung (69 %), Ideenfindung (66 %) sowie Marketing und Vertrieb (knapp 50 %) eingesetzt.8

Einsatzbereiche von KI in europäischen Verlagen 2026

Prozentsatz der Nutzung

Content-Generierung und -bearbeitung

69 %

Ideenfindung und Recherche

66 %

Marketing und Vertrieb

~ 50 %

Eigenentwicklung von KI-Lösungen

33 %

Kennzeichnung von KI-Inhalten im Impressum

28 %

8

Hirschs Buch nimmt hier eine kritische Gegenposition ein. Während Verlage KI nutzen, um die Produktion zu beschleunigen und Kosten zu senken, warnt er vor der inhaltlichen Verarmung durch den Model Collapse.9 Dies macht das Werk zu einem wichtigen Diskussionsbeitrag für Verlagsstrategen, die über die langfristige Sicherung der Qualität und der Urheberrechte nachdenken müssen.8 Es stellt die Frage, ob der Fokus auf Quantität und Geschwindigkeit nicht letztlich das Fundament zerstört, auf dem die Buchbranche ruht: die Einzigartigkeit der menschlichen Stimme.6

Soziokulturelle Bedeutung und Marktdynamik

Das Werk von Hartmut Kay Hirsch erscheint in einer Zeit, in der das Lesen in Europa eine neue Funktion übernommen hat. In einer von „Multi-Krisen“ geprägten Welt dient das Buch vermehrt der Stressbewältigung und dem Eskapismus.4 Gleichzeitig sinkt die Aufmerksamkeitsspanne durch die ständige Informationsflut.4 Hirsch trägt dem Rechnung, indem er ein kurzes, „amüsant-philosophisches“ Werk vorlegt, das den Leser nicht überfordert, sondern zum Nachdenken anregt.1

Die Transformation des Marktes: Von BookTok zu Deep Reading

Interessanterweise zeigt sich 2026 eine gewisse Ermüdung gegenüber den bisherigen Hype-Maschinen wie BookTok.18 Die übermäßige Kommerzialisierung und die Wiederholung immer gleicher Muster („Trope Fatigue“) führen dazu, dass Leser vermehrt nach authentischen, unkonventionellen Stimmen suchen.18 Hirschs Plädoyer für das Schreiben ohne Rücksicht auf Markttrends passt genau in diese Lücke. Es bedient eine wachsende Sehnsucht nach Inhalten, die nicht „wegkonsumiert“ werden wollen, sondern die eine echte Auseinandersetzung erfordern.18

Ökonomische Kennzahlen des europäischen Buchmarktes

Trotz der Herausforderungen bleibt der europäische Buchmarkt ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Für das Jahr 2025 wird ein Umsatz von über 40 Milliarden USD geschätzt, mit einer prognostizierten Wachstumsrate von 4,1 % bis 2033.29

Segmentanalyse Buchmarkt Europa 2025/2026

Marktanteil/Trend

Unterhaltungsliteratur (Mystery, Romance, Fantasy)

Größtes und am schnellsten wachsendes Segment

Bildungs- und Fachliteratur

Stabil, Fokus auf digitale Zusatzangebote

Regionales Marktwachstum (UK)

Höchste erwartete CAGR 2026-2033

E-Commerce Anteil (Bücher gesamt)

Jedes vierte Buch wird online gekauft

Physisches Buch (Umsatzanteil)

~ 84 % (trotz Digitalisierung weiterhin dominant)

29

In diesem Umfeld positioniert sich Hirschs Buch als „Literary/Contemporary“ Werk, das zwar keine Massenumsätze wie ein Krimi-Bestseller generieren wird, aber eine hohe Wertschöpfung im Bereich der intellektuellen und fachspezifischen Reputation erzielt.29 Der Stellenwert für die Verlage liegt hierbei in der Funktion als „Prestige-Objekt“ und als Impulsgeber für gesellschaftliche Debatten.

Synthese: Die Rolle des Werkes in der Zukunft der Schriftkultur

Hartmut Kay Hirschs Werk „Noch ein Buch, das kein Mensch lesen wird“ ist eine programmatische Schrift für das Jahr 2026. Es reflektiert die technologische Überforderung und bietet eine philosophische Antwort, die den Menschen zurück ins Zentrum des kreativen Prozesses stellt.10 Für die europäischen Buchverlage ist dieses Werk aus mehreren Gründen von hoher Relevanz.

Erstens fungiert es als Verteidigung des Urhebers in einer automatisierten Welt. Hirsch betont, dass die „Menschenwürde“ untrennbar mit der Fähigkeit zur autonomen Gestaltung verbunden ist.13 In einer Zeit, in der KI-generierte Texte den Markt zu überfluten drohen, wird der individuelle Ausdruck zum Qualitätsmerkmal schlechthin.6 Verlage, die langfristig bestehen wollen, müssen Strategien entwickeln, wie sie genau diese menschliche Originalität fördern und schützen können.4

Zweitens validiert das Buch das Modell des On-Demand-Publishing. Es zeigt, dass die technologische Infrastruktur von Unternehmen wie BoD nicht nur eine ökonomische Notwendigkeit ist, um Backlists lieferbar zu halten, sondern auch eine kulturelle Chance bietet.19 Sie ermöglicht eine „Demokratisierung der Branche“, in der unterschiedliche Stimmen unabhängig von den Profitinteressen großer Gatekeeper gehört werden können.4

Drittens bietet Hirsch eine Lösung für das Problem des „Model Collapse“. Indem er das Schreiben als einen Akt der Selbsterhaltung für die Sprache begreift, verleiht er jedem Autor eine gesellschaftliche Verantwortung.9 Dies könnte zu einer neuen Wertschätzung von Fachliteratur und reflektierten Essays führen, die als Gegengift zur algorithmischen Homogenisierung dienen.9

Schlussbetrachtung und Ausblick

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Hartmut Kay Hirsch mit seinem Werk eine tiefgreifende Analyse der aktuellen Krise und Chance der Buchkultur vorgelegt hat. Der Stellenwert dieses Buches in der europäischen Verlagslandschaft 2026 ist als hoch einzuschätzen, nicht aufgrund seiner erwarteten Verkaufszahlen, sondern aufgrund seiner Funktion als medienphilosophischer Wegweiser.2

Es fordert Verleger, Autoren und Leser dazu auf, die Qualität der Kommunikation neu zu bewerten. In einer Welt, die immer schneller Informationen produziert, die niemand mehr verarbeiten kann, erinnert Hirsch daran, dass der eigentliche Wert des Buches im Prozess des Entstehens und in der Möglichkeit der Begegnung liegt – sei es zwischen Autor und Leser oder zwischen dem Autor und sich selbst.2

Die europäische Verlagsbranche wird sich im Jahr 2026 und darüber hinaus verstärkt auf diese Werte besinnen müssen, um ihre Relevanz gegenüber den technologischen Giganten aus Übersee zu behaupten.8 Hirschs Werk liefert hierfür das nötige intellektuelle Rüstzeug: Es ist ein Plädoyer für die Langsamkeit, die Tiefe und die Unbeirrbarkeit des menschlichen Geistes.2 Damit markiert es den Beginn einer neuen Ära des Publizierens, in der nicht mehr die Frage zählt, „Wie viele Menschen lesen das?“, sondern „Was macht dieses Buch mit der Welt desjenigen, der es schreibt?“. Diese Verschiebung der Perspektive könnte die Rettung für eine Branche sein, die sich im Angesicht der KI-Revolution neu erfinden muss.6

In der Praxis bedeutet dies für europäische Verlage eine stärkere Gewichtung von:

  1. Authentizität und Stimme: Die Identifikation von Autoren, die eine unverwechselbare Perspektive bieten, die über das hinausgeht, was Sprachmodelle durch Rekombination bestehender Daten erzeugen können.4
  2. Nachhaltigkeit und Effizienz: Die konsequente Nutzung von POD-Technologien, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren (z. B. Reduktion von Abwasserbelastungen in der Papierproduktion) und gleichzeitig die kulturelle Vielfalt durch dauerhafte Lieferbarkeit zu sichern.19
  3. Ethische Transparenz: Ein klarer Umgang mit KI-Werkzeugen, wie ihn Hirsch vorlebt, um das Vertrauen der Leser in die Integrität des Werkes zu erhalten.6
  4. Nischen-Fokussierung: Die Anerkennung, dass „Micro-Authority“ und spezialisierte Fachkommunikation tragfähige Modelle für die Zukunft sind, die über die reine Bestseller-Logik hinausgehen.5

Hirschs Buch wird somit zu einem Referenzpunkt für eine Verlagsstrategie, die den Mut hat, sich der totalen Marktlogik zu entziehen, um den Kern dessen zu bewahren, was das Buch seit Gutenberg ausmacht: ein Raum für den freien, ungehinderten und zutiefst menschlichen Dialog.2 Auch wenn es am Ende vielleicht „kein Mensch lesen wird“, so hat es doch durch seine Existenz die notwendigen Fragen gestellt, die die Zukunft der europäischen Buchkultur sichern werden.

Referenzen

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  2. Noch ein Buch, das kein Mensch lesen wird: Und warum du ..., Zugriff am April 5, 2026, https://www.lovelybooks.de/autor/Hartmut-Kay-Hirsch/Noch-ein-Buch-das-kein-Mensch-lesen-wird-24448852163-w/
  3. Hartmut Kay Hirsch | Theoretischer Pädagoge am KommTheo ..., Zugriff am April 5, 2026, https://www.kommtheo.de/kayhirsch/
  4. 7 Trends im Buchmarkt 2026 - Yvonne Kraus, Zugriff am April 5, 2026, https://yvonnekraus.de/7-trends-im-buchmarkt-2026/
  5. Self-Publishing in 2026: What Actually Works Now | by Wolfox Global Publishing | Medium, Zugriff am April 5, 2026, https://medium.com/@Info_89985/self-publishing-in-2026-what-actually-works-now-65e46c17ea77
  6. Top 10 Publishing Trends 2026: The Future of Content, AI, and Sustainability, Zugriff am April 5, 2026, https://www.luminadatamatics.com/resources/blog/top-10-publishing-trends-to-watch-out-for-in-2026/
  7. (PDF) On Artificial and Post-artificial Texts: Machine Learning and the Reader's Expectations of Literary and Non-literary Writing - ResearchGate, Zugriff am April 5, 2026, https://www.researchgate.net/publication/381315465_On_Artificial_and_Post-artificial_Texts_Machine_Learning_and_the_Reader's_Expectations_of_Literary_and_Non-literary_Writing
  8. Studie des Börsenvereins: KI in den Verlagen angekommen und angenommen, Zugriff am April 5, 2026, https://www.literaturcafe.de/studie-des-boersenvereins-ki-in-den-verlagen-angekommen-und-angenommen/
  9. Allgemein Archive - Kulturpolitische Gesellschaft e.V., Zugriff am April 5, 2026, https://kupoge.de/blog/category/allgemein/
  10. Hartmut Kay Hirsch: Lebenslauf, Bücher und Rezensionen bei LovelyBooks, Zugriff am April 5, 2026, https://www.lovelybooks.de/autor/Hartmut-Kay-Hirsch/
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  12. KommTheo-Institut | Stuttgart, Zugriff am April 5, 2026, https://www.kommtheo.de/
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  14. Menschenwürde und abhängige Beschäftigung von Hartmut Kay Hirsch | ISBN 978-3-6957-1628-9 | Sachbuch online kaufen - Lehmanns, Zugriff am April 5, 2026, https://www.lehmanns.de/shop/sachbuch-ratgeber/89651802-9783695716289-menschenwuerde-und-abhaengige-beschaeftigung
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  16. "Aufgaben für die Vorbereitung zur schriftlichen Klausur 2026" online kaufen - Thalia, Zugriff am April 5, 2026, https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1077304422
  17. Noch ein Buch, das kein Mensch lesen wird - BoD Buchshop, Zugriff am April 5, 2026, https://buchshop.bod.de/noch-ein-buch-das-kein-mensch-lesen-wird-9783695719426
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  21. Publishing Trends 2026 | Atmosphere Press, Zugriff am April 5, 2026, https://atmospherepress.com/publishing-trends/
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  25. Eine Lanze für das Sortiment - Börsenblatt, Zugriff am April 5, 2026, https://www.boersenblatt.net/news/eine-lanze-fuer-das-sortiment-177563
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